Feuchteschäden in den Wohnungen - Woher kommt das?

Wenn wir einmal die Schäden durch eindringendes Wasser und Wasserschäden im allgemeinen außer Acht lassen, stellt sich die Frage: Warum wächst der Schimmel vor allem an den Außenwandflächen und den Fensterleibungen?

Über die Jahrhunderte hat sich das Heizen und Lüften revolutionär verändert, hier ein paar Beispiele:

Vom Ofen zum Kamin und Kachelofen - mit dieser Art zu heizen hatten wir Strahlungsheizung, die kritischen Bauteile wurden aufgeheizt und durch den Kaminzug gab es eine aktive Lüftungsanlage.

Problem "neue Fenster":

Nach Fensteraustausch im Bestand entstanden bei 12.7% der Objekte Schimmel im Innenbereich!

Das alte Fenster hatte die Funktionen : Licht, Lüftungsanlage (Zuluft) und Kondensattrockner.

Durch Wegfall des "Lüftermotors" Kamin, der Kondensatfläche Fenster, sowie durch erhöhte luftdichte Bauweise entsteht in der Regel eine höhere relative Feuchte im innebereich.

Ergebnis: Vor allem an den Wärmebrücken droht somit "Tauwassergefahr"

Ausreichende Feuchtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Schimmelpilzwachstum im Innebereich.

Bei Schimmelschäden ist die Ursache der erhöhten Feuchte daher zu finden und abzustellen.

Ein Schimmelpilzbefall muss nicht immer sichtbar sein. Er ist unabhängig von Licht, also auch unterhalb von Tapeten, hinter Schränken, unter Estrichen, in Zwischenwänden, usw. möglich.

Bei diesen so genannten "okkulten" (verdeckten) Schäden kann es recht aufwendig sein, den Schimmel zu orten.

Allgemeine Wachstumsvoraussetzungen für Schimmelpilz:

  • Ausreichend Feuchtigkeit optimal ca. 75 bis 90% auf dem Substrat, mit zunehmendem Feuchtegehalt steigt die Wahrscheinlichkeit eines Schimmelpilzbefalls an.

  • Temperatur -10 bis über 100 C, Optimal: 5 bis 35 Grad C.

  • Nahrung: organisches Material (Tapeten, Kleister, Papier, Holz, Staub, usw.)

  • Dem Pilz reicht ca. 5 Tage a 6 Stunden ausreichende Feuchte um zu wachsen.

  • ph-Wert über 2 bis unter 11; Optimum : 5-7

  • Sauerstoff mind. 0,14 bis 0,25% zum Vergleich der Mensch benötigt mind. 17%

 

Feuchteschäden