Maßnahmen zur Schimmelpilzsanierung

Die Schimmelpilzsanierung sollte immer durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden!

Hier wird allerdings zwischen den Schadens-Kategorien 1-3 unterschieden.

Kategorie 1 = < als 20cm², als keine bzw. sehr geringe Biomasse an der Oberfläche. Hier kann der Nutzer selber den Befall behandeln.

Kategorie 2 = eine mittlere Biomasse, oberflächliche Ausdehnung <0,5m² tiefere Schichten sind nur lokal begrenzt betroffen. Hier sollten bereits Facharbeiter tätig werden.

Kategorie 3 = große Biomasse, große flächige Ausdehnung > 0,5m², auch tiefere Schichten können betroffen sein. Hier sollten nur Qualifizierte Fachfirmen tätig werden.

Zur Beseitigung eines Pilzbefalls stehen zwei Arten zur Verfügung:

Mechanische Maßnahmen

z.B. Abflämmen, Abwaschen, Absaugen entfernen der Bauteilschichten (Fräsen)

Chemische Maßnahmen

z.B. Äthylalkohol, Brennspiritus, Produkte auf Wasserstoffperoxidbasis.

Das Hausmittel Essiglösung, ist zur Bekämpfung von Schimmelpilzbefall nicht geeignet, da Baustoffe wie Kalk gegenüber dem Essig neutralisierend wirken. Es kann Pilzwachstum sogar fördern.

Um Reste von Myzelgewebe nach der Entfernung des Befalls abzutöten, oder als Vorbeugung gegen neuerlichen Befall, ist es manchmal notwendig eine Desinfektion der Oberflächen durch zu führen.

Hier gibt es zahlreiche Mittel auf dem Markt welche aber nicht immer optimal wirken, bzw. neue Probleme aufgrund von Nebenwirkungen aufwerfen.

Die durchaus wirksamen Mittel aus dem Baumarkt und Drogerien haben den Nachteil, dass sich zum Teil gesundheitlich bedenkliche Substanzen enthalten, z.B.

Natriumhypochlorid (Chlorbleichlauge, Aktiv-Chlor), diese darf auf keinen Fall zusammen mit sauren Reinigern wie Essigreiniger oder Badreiniger verwendet werden, da es dabei zur Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Chlor kommen kann.

Tenside quartäre Ammoniumverbindungen, diese sollen die Zellwände von Schimmelpilzen zerstören. Die Substanzen sind häufig Haut und Augen reizend, zudem können sie sensibilisierend wirken. Aufgrund der Depotwirkung können sie einen erneuten Befall verzögern. Sie sollten nur in Ausnahmefällen in kritischen Räumen angewendet werden, die nicht zu Daueraufenthaltsbereichen zählen.

Vom Bundesumweltamt empfohlene Substanzen:

Alkohole (70%) und Wasserstoffperoxid

Wir empfehlen Wasserstoffperoxid, verarbeitet wird die 30% Lösung von Wasserstoffperoxid.

Die hohe bakterizide Wirkung von H2O2, die Umweltverträglichkeit und die gute technische Realisierbarkeit sind die Gründe für die weite Verbreitung dieses Verfahrens.

Bei der Innenrenovierung kann Schimmelpilzbefall mit Wasserstoffperoxid bekämpft werden. Dabei wirkt es desinfizierend sowohl gegen die biologisch aktiven Pilzzellen als auch gegen die Sporen der Schimmelpilze.

Durch die bleichende Wirkung entfernt es auch optisch die Rückstände des Schimmelbelags von porösen Untergründen. Wasserstoffperoxid hat gegenüber Alkohol oder Chlorbleichlauge einige Vorteile da es besser bleicht und sporizid wirkt und keine Nebenprodukte hinterlässt.